26. Januar 2021 by kmoeller 0 Comments

Ein Rückblick ins Jahr 2020

Liebe EquityPitcher Freunde, Familie und Partner 

Was war das für ein Start ins neue Jahrzehnt? Die Welt hat sich so rasant verändert, wie es sich in 2019 niemand hätte nur ansatzweise vorstellen können!

Seit nunmehr über einem Jahr gibt es nur ein allesbeherrschendes Thema – COVID-19. Auch für uns als EquityPitcher hat dieses alles verändernde, weltumgreifende Ereignis vieles auf den Kopf gestellt! Wir sind in Gedanken mit all den Menschen die durch diese Pandemie gesundheitlich und/oder ökonomisch so hart getroffen wurden. In Gedanken bei denen, die in dieser Zeit vor extreme wirtschaftliche Herausforderungen gestellt wurden und vor allem bei denen, die ihre Liebsten verloren haben.

Wir als EquityPitcher wurden – Gott sei Dank – von all diesen negativen Auswirkungen grösstenteils verschont. Im Gegenteil; wir müssen gestehen, dass 2020 bisher das mit Abstand erfolgreichste Jahr in unserer Unternehmensgeschichte war!

Die Nachricht, die uns natürlich am meisten begeistert, ist, dass alle (!) unsere 16 Portfoliounternehmen das Jahr 2020 gut überstanden haben. Dies ist alles andere als selbstverständlich, da wir unter anderem auch Unternehmen aus der Reise- und Eventbranche im Portfolio haben. Des Weiteren wurden alle unsere Portfoliounternehmen – wie viele andere Unternehmen auch – zeitweise von jeglichen Sales-Aktivitäten abgehalten. Gleichzeitig stand bei einigen von ihnen eine Finanzierungsrunde an und die Unsicherheit war zu Beginn der Pandemie doch sehr weit verbreitet. Unsere Founder mussten sich Gedanken machen, wie es weiter geht, erfinderisch und agil sein, um ihre jungen Unternehmen, welche noch nicht mit einem renommierten Namen aufwarten können, auf Kurs zu halten.

 

Portfolio Übersicht

Unseren Portfoliounternehmen ist es aber nicht nur gelungen, die Zeit einigermassen stabil zu überstehen, sondern ein Grossteil unserer 16 Unternehmen konnte 2020 sogar enorme Erfolge erzielen.

 

"Mehr als 60% unseres Portfolios konnte das YoY Growth gegenüber 2019 sogar noch deutlich steigern!"

Mit RightNow haben wir ein Unternehmen im Portfolio, welches einen Umsatz im zweistelligen Millionenbereich erreicht hat!

OnlineDoctor ist es gelungen die grösste deutsche Krankenkasse, die Techniker, als Kunden & Partner zu gewinnen, was bedeutet, dass nunmehr 11 Mio. Versicherte aus Deutschland direkten Zugang zu den Dienstleistungen von Online Doctor haben!

Futurae konnte mit einem sehr nahmhaften und weltweit führenden Finanzdienstleister eine Partnerschaft schliessen, was definitiv als Meilenstein angesehen werden darf. 

Xatena hat es geschafft das Einkaufsvolumen auf ihrer Plattform auf über 200 Mio. CHF zu steigern! 

Vestr hat die Anzahl ihrer Kunden verfünffacht!

Mit einem Anstieg auf über 7 Mio. User darf sich AirConsole eindeutig zu den Gewinnern der Pandemie zählen! 

Guuru wurde als der kundenfreundlichste Dienstleister in UK gewählt und konnte weitere grosse Key-Accounts für sich gewinnen! 

Navus, als Eventdienstleister, eigentlich beschlossener Verlierer der Pandemie, hat es dennoch geschafft, sich rechtzeitig umzustrukturieren, eine neue Finanzierung zu organisieren und befindet sich mittlerweile wieder auf Wachstumskurs!

CormoiLocatorOpinaryROOMZ & Yukkalab haben es allesamt geschafft, trotz erschwerter Bedingungen, neue Kunden zu gewinnen, ihr Geschäft weiter auszubauen & die richtigen Weichen für 2021 zu legen. 

Zudem durften wir 3 NewcomerAnyboticsBeelinguapp & viselio bei uns im Portfolio begrüssen. Dabei startete die Zusammenarbeit mit viselio bereits mit existenziell bedrohlichen  Herausforderungen. Die Umsätze aus ihrem Kerngeschäft, der elektronischen Visaerstellung, sind über Nacht praktisch auf 0 gefallen. Das Team hat sich aber so agil & professionell gezeigt und die entstanden Chancen dieser Zeit ergriffen. Mittlerweile erwirtschaftet viselio monatlich 6-stellige Umsätze durch den Vertrieb von PCR-Tests und gehört zu den führenden Unternehmen in diesem Bereich! Ein absoluter Profiteur der Krise ist dagegen unser letzter Newcomer, Beelinguapp, welcher eine spezielle Art des „Sprache Lernens“ bietet. Bereits über 3,5 Millionen Downloads sprechen für sich!

Zu guter Letzt haben wir Anybotics, den Gewinner des Swiss Economic Forums als bestes Hightech Startup 2020 in unseren Reihen. Schön zu erwähnen ist, dass wir als erster VC schon in einer vorgängigen Phase an das Team geglaubt und dementsprechend bereits vor der kürzlich abgeschlossenen Finanzierungsrunde in Anybotics investiert haben.

"In 2020 wurde über 55 Mio. CHF (!) an frischem Kapital in unser Portfolio investiert!"

 

Apropos Finanzierungsrunden. Als wichtige Kennzahl für den Erfolg eines Portfolios zählen in jedem Fall erfolgreich abgeschlossene Finanzierungsrunden, da diese zeigen, dass sich ein Unternehmen gut entwickelt hat und auch weitere, oftmals grössere Investoren an den Erfolg einer Gesellschaft glauben.

Nicht ganz ohne Stolz dürfen wir mitteilen, dass allein in 2020 über 55 Mio. CHF (!) an frischem Kapital in unser Portfolio investiert wurde! Gesamthaft wurden somit nun über 100 Mio. CHF in unsere Portfoliounternehmen investiert!

Mit Swisscom Venturesder Wyss FoundationSwissHealth Ventures (CSS), Project AMutschler VenturesJoyance Partners sowie diversen anderen professionellen Investoren, durften wir auch in 2020 wieder neue renommierte und grossartige Co-Investoren in unserem Portfolio begrüssen.
300 geschaffene Arbeitsplätze ist eine weitere Kennzahl, die unsere Ansicht nach wiedergibt, dass sich ein Portfolio in die absolut richtige Richtung bewegt.

Zu guter Letzt wird dies auch durch die persönlichen Auszeichnungen bestätigt, welche die Founder im letzten Jahr erhalten haben. Voller Freude dürfen wir behaupten, dass mit Benedikt, Philipp & Torben von RightNow nun 3 Forbes 30 under 30 erwählte Gründer in unserem Portfolio sind. Ebenso hoch dekoriert wurde Sandra Tobler von Futurae, die den Preis als innovativste Unternehmerin des Jahres erhalten hat.

Über EquityPitcher Ventures

Zum Abschluss noch ein paar Worte zu uns selbst. Ein Grund, warum wir oben genannte Erfolge verkünden dürfen, liegt darin, dass wir mit den finanziellen Mittel die wir erhalten haben, gezielt in solch erfolgsversprechende Unternehmen investieren können. Herzlichen Dank an alle bisherigen Investoren! Mindestens genauso wichtig wie das Kapital, ist dass wir ein grandioses Team haben, welches die Auswahl und Betreuung dieser Unternehmen erst ermöglicht. Hierzu gehört neben unserem Kern-Team vor allen Dingen unser Verwaltungsrat, unsere Advisor sowie die VP Bank mit ihrem hochprofessionellen Team!

Mit nunmehr über 50 Industrieexperten, welche uns durch ihr Know-How einen unbezahlbaren Mehrwert bringen, ist es uns überhaupt erst möglich, solch erfolgreiche Startups für unser Portfolio zu gewinnen und diese nach all unseren Möglichkeiten in ihrem Wachstum zu unterstützen! Herzlichen Dank hierfür!

Somit bleibt uns nur noch zu sagen, dass wir uns enorm auf das Jahr 2021 freuen – auf die weitere Entwicklung unserer Portfoliounternehmen, die neuen Startups welche unser Portfolio bereichern werden, das weitere Wachstum des unaufhaltsam wachsenden Schweizer Venture Capital/Startup-Ökosystems, auf die Menschen die wir treffen werden und das hoffentlich bald kommende Ende der Pandemie und den damit verbunden persönlichen Austausch!

Mit herzlichen venture Grüssen 

Das EquityPitcher Team 

18. Dezember 2020 by kmoeller 0 Comments

Finanzierungsrunde: OnlineDoctor

OnlineDoctor schliesst überzeichnete Series A Finanzierungsrunde von 5.5 Millionen!

Die Gründer Dr. Tobias Wolf und Dr. Philipp Wustrow des international mehrfach ausgezeichneten Schweizer Telemedizin-Startup OnlineDoctor AG konnten in dieser Finanzierungsrunde weitere namhafte neue Investoren gewinnen. Den Lead dieser Runde hat die Schweizer Krankenversicherung CSS übernommen, welche mit der Swiss Health Ventures AG in Digital Health Startups investierte. Zudem konnten mit Mutschler Ventures sowie dem US-Investor PilotRock Ventures weitere bedeutende neue Kapitalgeber hinzugewonnen werden. 


Bereits in 2019 stieg EquityPitcher Ventures bei OnlineDoctor ein und beteiligte sich nun erneut in dieser Finanzierungsrunde zusammen mit anderen Altinvestoren wie Forty:one und verschiedene Angel Investoren, wie beispielsweise Dr. Ole Wiesinger, ehemals CEO der Privatklinikgruppe Hirslanden, massgeblich an der Kapitalerhöhung. 

Damit sind insgesamt über CHF 8 Millionen Risikokapital in das Unternehmen geflossen.


Hier gehts zur gesamten Pressemitteilung.


16. Dezember 2020 by kmoeller 0 Comments

Finanzierungsrunde: RightNow

RightNow erhält EUR 8.5 Millionen in Series A Finanzierungsrunde von VR-Ventures und Schwarzwälder Bote

VR Ventures und das Family Office des Schwarzwälder Boten investieren EUR 8.5 Millionen in unser LegalTech Portfolio Unternehmen RightNow. Mit dem frischen Kapital möchte das Unternehmen “seine Produktentwicklung weiter vorantreiben und das führende Unternehmen für den Ankauf von Konsumentenforderungen aufbauen”. RightNow wurde 2017 von Dr. Torben Antretter, Phillip Eischet und Dr. Benedikt Quarch gegründet. Die Jungfirma setzt auf sogenanntes Consumer Claims Purchasing und kauft Kunden Rechtsansprüche vollumfänglich ab. 


Dr. Torben Antretter, Mitgründer und CFO von RightNow, sagt:

Mit diesem Investment haben wir eine solide finanzielle Grundlage für das weitere Wachstum. Unser Fokus liegt nun darauf, unsere Produkte weiterzuentwickeln, um bestehenden und zukünftigen Kunden die Auseinandersetzung mit Rechtsansprüchen immer weiter zu erleichtern.


Mehr zur Finanzierungsrunde von RightNow findet ihr hier.

15. Dezember 2020 by kmoeller 0 Comments

Welcome Beelinguapp

Es ist wieder einmal soweit, die EquityPitcher Familie hat einen Neuzugang! Beelinguapp unser jüngstes Engagement revolutioniert die Sprachlernerfahrung und überzeugt durch ein starkes Founder Team.

Beelinguapp ist eine Sprachlern-Application, die es ermöglicht, eine neue Sprache zu erlernen oder seine Sprachkenntnisse weiter auszubauen, in dem man auf ganz natürliche Weise seinen täglichen Real-Life Content wie z.B. Lieblingsbücher, Musik, Lyrics oder News konsumiert. Dabei werden Texte in der Muttersprache und parallel in der zu lernenden Sprache angezeigt sowie akustisch wiedergegeben. Man lernt also nicht nur das klassische ABC oder wie man auf französisch einen Small-Talk führt, sonder man verinnerlicht genau das Vokabular, dass man braucht um sich über die eigenen Interessen zu unterhalten. Das gibt dem Lernenden die Sicherheit und das Vertrauen in seinem ganz persönlichen Alltag das Gelernte auch direkt anwenden zu können.

Beelinguapp gewannen den Editor`s Choice Award von Google Play und den WeWork Creator Awards in Deutschland. Im Apple- und Play-Store verzeichnet Beelinguapp ganz ohne Marketingausgaben bereits über 3,5 Millionen Downloads und bedient über 250.000 bezahlende aktive User pro Monat. Wir sind überzeugt, dass Beelinguapp sich deutlich von anderen Sprachlern-Apps differenziert und den Sprachlernprozess revolutionieren wird. Wir freuen uns das multilinguale Team auf ihrem Weg unterstützen zu dürfen.

You can Download the App here

9. Dezember 2020 by kmoeller 0 Comments

Finanzierungsrunde: ANYbotics

ANYbotics schliesst CHF 20 Millionen Series A Finanzierungsrunde!

Unser Portfolio Unternehmen ANYbotics wurde 2016 aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) ausgegliedert. Die Firma hat mit ANYmal einen vierbeinigen Roboter entwickelt, der sehen, hören und sich in anspruchsvollen Umgebungen fortbewegen kann. Er soll künftig etwa Industrieanlagen oder Kanalisationen inspizieren und überwachen sowie gefährliche Wartungsaufgaben übernehmen. Heute schon hat das ANYmal bereits eigenständig in der Kanalisation Zürichs gearbeitet und komplett autonome Überwachungsmissionen auf Offshore Ölplattformen durchgeführt. ANYbotics kooperiert zudem mit Unternehmen aus der Bau- und Energiebranche, wie Péter Fankhauser, Mitgründer und CEO von ANYbotics, erklärt.

Um die gross angelegte Einführung seiner Roboterlösung zu beschleunigen, geht ANYbotics mit einer Gruppe von namenhaften Investoren eine weitere Finanzierungsrunde ein. Die Runde wird von Swisscom Ventures und Co-Investoren wie uns, EquityPitcher Ventures und Ace & Company sowie anderen angeführt.

Wir sind stolz darauf, dass wir als einer der ersten Venture Capital Investoren schon vor der Series A das Potential von ANYbotics’ Spitzentechnologie erkannt haben und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit dem ANYbotics Team.

Mehr dazu könnt Ihr dem untenstehenden Video entnehmen.

24. November 2020 by kmoeller 0 Comments

Finanzierungsrunde: Guuru

Guuru schliesst USD 7.9 Millionen Series A Finanzierungsrunde!

Unser Schweizer SaaS-Startup-Unternehmen GUURU Solutions Ltd. gab heute bekannt, dass es eine Erweiterung der Series A um USD 5 Millionen abgeschlossen hat, wodurch sich die Gesamtfinanzierung der Series A auf USD 7.9 Millionen beläuft. Die Mittel werden zur Erweiterung der Marktreichweite in Europa und zur Unterstützung der ehrgeizigen Wachstumspläne von GUURU verwendet.

Guuru bietet Cloud-basierte Dienste an, mit denen Markenbotschafter Live-Chat-Support für neue und potenzielle Kunden eines Unternehmens geben können. Die Lösungen ermöglichen es Unternehmen, Kundenservice und Vertriebsunterstützung auszulagern. Unternehmen können bis zu 50% der Kosten gegenüber herkömmlichen Kundenservice-Funktionen einsparen. Dabei entscheiden die Unternehmen eigenständig, wer zum Guuru ernannt wird. Für jede gestellte Frage findet ein proprietärer Algorithmus innerhalb kürzester Zeit den passenden Guuru. Bekannte Marken wie SKY, brack.ch, Freitag oder Intersport vertrauen bereits auf Guuru. Wir freuen uns auf die Zukunft und die weitere Zusammenarbeit.

Mehr dazu findet ihr hier.

23. Juli 2020 by kmoeller 0 Comments

Finanzierungsrunde: vestr

Vestr schliesst überzeichnete Series A mit Six Group als Lead Investor

Unser Schweizer Portfolio Unternehmen vestr, das Emittenten von Actively Managed Certificates (AMCs) eine schnelle, flexible und kosteneffiziente Alternative zu Investmentfonds bietet, hat seine von SIX Group geleitete Serie A abgeschlossen. Der investierte Betrag wurde jedoch nicht öffentlich geteilt.

Die SIX Group, Betreiberin der Schweizer Börse, führte eine Gruppe professioneller Anleger an, darunter EquityPitcher Ventures, die Zürcher Kantonalbank und der European Angels Fund, ein Teilfonds des Europäischen Investitionsfonds (EIF). EquityPitcher Ventures und die SIX haben bereits 2018 in vestr investiert.

Die Mittel werden für die Weiterentwicklung der Plattform, die Einbindung weiterer Emittenten und die Entwicklung zum De-facto-Marktstandard für AMC-Emittenten verwendet.

Stefan Wagner, Leiter Business Development bei vestr, sagte;

“Die Bank Julius Bär ist ein Early Adaptor der vestr-Plattform.”

 

Mehr zu vestr finden Sie hier.

Der Nacht entgegen auf der Autobahn

COVID-19 and Value Chain

Coronakrise und die Veränderung der Wertschöpfungsketten

Gerade in Krisenzeiten brechen über einem Startup heftig die Wellen zusammen. Fragen der Finanzierungssicherheit, der eigenen Liquidität, aber auch mannigfaltig sind die unternehmerischen Herausforderungen des Kundenmarktes. Veränderungen ergeben sich jedoch oft nicht bloss auf der Kundenseite. Vielmehr lehrt uns die aktuelle Pandemiekrise wie verletzlich die internationalen Beschaffungsketten heutzutage sind. Durchgängige, verlässliche Sourcingketten mit vertrauenswürdigen Partnern sind für ein Startup immanent und garantieren Geschwindigkeit für den Markteintritt.

Globale Sourcingketten können unterbrochen werden

Die Internationaliserung von Handelsströmen mit der Beschaffung von Komponenten, Rohstoffen und Technologien ist in unserer arbeitsteiligen Welt heute Standard. Ebenfalls werden Mitarbeiter mit spezifischen Kompetenzen im Ausland engagiert und deren Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung fliessen in Produkte und Dienstleistungen am Firmenstandort ein. Die aktuelle Krisensituation führt uns nun die Verletzlichkeit dieser globalen Sourcingketten vor Augen. Seien es die nicht verfügbaren Teile aufgrund von angeordneten Betriebsstilllegungen, oder ein Exportverbot mit hoheitlichem Erlass sowie der einfache Logistikunterbruch in den Transportwegen. Für ein Startup können solche Einschränkungen gravierend sein und führen zu existentiellen Verwerfungen.

Risikomanagement und politische Veränderungen bekommen ein Preisschild

Ein Unternehmen und insbesondere dessen strategische Organe haben im Rahmen des jährlichen Riskmanagements die Gelegenheit, Beurteilungen vorhandener und möglicher Gefahren auf Eintretenswahrscheinlichkeit und mögliches Ausmass hin vorzunehmen. Neu kommen nun aufgrund der Erkenntnisse in der Coronakrise die Risiken im Unterbruch der eigenen Lieferkette dazu. Da die politischen Instabilitäten in einigen Ländern weiter zunehmen werden, werden die Gefahren von logistischen Unterbrüchen offensichtlich. Die monopolistische Abhängigkeit von einzelnen Anbietern ist potenziell gefährlich und existentiell. Weiterhin bekommen diese Risiken im Rahmen von Audits ein relevantes Preisschild und gerade bei Startups dürften die Geldgeber eine realistische und seriöse Beurteilung der aktuellen Situation künftig noch mehr einverlangen.

Vertrauensvolle, intakte Wertschöpfungsketten ergeben Geschwindigkeit zum Markt

Wertschöpfungsketten bilden die Grundlage für eine gesunde und stabile Volkswirtschaft mit einem intakten Arbeitsmarkt und werden in s.g. Clustern regelmässig abgebildet. Ausgehend von Bildung und Forschung, über Zulieferanten und Regulierung, hin zu Produzenten und Dienstleistungserbringern beim Endkunden bis hin zu nachgelagerten spezialisierten Dienstleistungen – alle Akteure sind von Bedeutung und führen Innovationen zum Markt. Das Vertrauen unter den Partnern entlang dieser Verbindungen erlaubt die erfolgreiche Zusammenarbeit. Sie ist ebenfalls Garant für Geschwindigkeit in der Innovation. Und wie oft sind doch gerade in unserer dynamischen Welt nicht einzig die Unterschiede in Produkten und Leistungen am Markt entscheidend. Gewinner ist oft jener Anbieter, welcher zuerst im Markt ist und sich so einen Datenvorsprung sichern kann. Regionale Ökosysteme mit erfolgreichen Clustern bieten für Startups aufgrund technologischer und personeller Überschneidungen zwischen den Wertschöpfungsketten einen idealen Nährboden. Die Erkenntnisse aus dem einen Umfeld fliessen übergreifend in weitere Gebiete und es ergeben sich Chancen für neue, innovative Unternehmen. Kenntnisse über gesellschaftliche Veränderungen, allgemeine Markttendenzen und disruptive Produkte oder Leistungsentwicklungen gehören zum Fundament einer Volkswirtschaft mit intakten Clustern, welche ihre Chancen kennen aber auch die Risiken nie vernachlässigen.

Bruno Sauter (@brunosauter) | Twitter

Bruno Sauter

Four busy experienced businesspeople wearing casual formal-wear discussing delegation company growth income at modern industrial loft wooden interior workplace workstation
25. Juni 2020 by kmoeller 0 Comments

Gender Gap in Entrepreneurship

Wie ein Venture Capital dem Gender Gap in Entrepreneurship entgegenwirken kann

Der Gender Gap spielt im Bereich von Startups und innovativen Unternehmen eine grosse Rolle. Noch immer ist zu erkennen, dass Gründerinnen nicht nur eine Ausnahme sind, sondern in der Regel bei der Suche nach Investitionskapital deutlich schlechter abschneiden[1]. Neben dem erschwerten Zugang zu Kapital gibt es weitere Faktoren, die zu einem Gender Gap in der Gesellschaft führen, welche jedoch anschliessend nicht genauer aufgegriffen werden. Der Fokus dieses Artikels liegt darin, Massnahmen zu identifizieren, die Kapitalgeber und Investoren ergreifen können, um dem Gender Gap in Entrepreneurship entgegenzuwirken.

Diversität wird noch immer zu schwach wahrgenommen

Neue und innovative Ideen werden vor allem dann geboren, wenn Probleme nicht mehr auf herkömmliche Art und Weise gelöst werden können. Je flexibler und somit auch vielfältiger die Denkansätze sind, desto einfacher lässt sich eine passende Lösung finden. Aus diesem Grund sind Unternehmen mit Geschlechterdiversität in ihren Teams in der Regel spürbar erfolgreicher und vor allem auch flexibler[2]. Dies zeigt auch eine Studie der Boston Consulting Group (BCG)[3], in der ausgesagt wird, dass die globale Marktwirtschaft um 3 – 6 Prozent ansteigen würde, wenn Frauen gleichermassen als Unternehmerinnen auftreten wie Männer.

Der Gender Gap schrumpft – allerdings nicht überall

Weltweit ist sehr gut zu erkennen, dass der Gender Gap im Unternehmertum tendenziell sinkt und sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten nachhaltig verringert hat. Zahlen aus dem Jahr 2019 zeigen, dass Gründerinnen in der Seed-Phase in der Regel einen Durchschnittsbetrag von 1,2 Millionen Dollar einwerben konnten, während Gründer in der Regel auf einen Betrag von 1,35 Millionen Dollar kamen[4]. Der Unterschied scheint auf den ersten Blick also nicht sonderlich hoch, diese Zahlen sind allerdings nur in Teilen qualifizierbar. Denn über die Anzahl an Gründungen und vor allem über die Anzahl an erfolgreichen Umsetzungen sagen diese Zahlen nichts aus. Vor allem aber wird klar, dass sich hier Amerika nochmals stark von den deutschsprachigen Ländern in Europa unterscheidet[5]. Speziell in der Schweiz wurde erfasst, dass nicht nur ein Gender Gap im Unternehmertum besteht, sondern dieser in Teilen sogar grösser wird[6].

Warum es Gründerinnen schwerer haben

Wenn es darum geht ein Unternehmen zu gründen und vor allem das notwendige Startkapital einzuwerben, haben es Frauen bewiesenermassen schwerer als ihre männlichen Pendants. Das zeigt unter anderem eine Studie aus den USA, in welcher verglichen wurde, wie ein Pitch von unterschiedlichen Geschlechtern wahrgenommen wird. Es zeigte sich, dass die Männer beim Pitchen der selben Geschäftsidee rund 60 Prozent[7] erfolgreicher waren als Frauen. Und das lag nicht etwa daran, dass die Männer und Frauen unterschiedlich argumentiert haben, sondern vor allem an der Wahrnehmung durch das Gegenüber. Nach wie vor scheint es der Fall zu sein, dass Frauen in den Bereichen Technik und Wirtschaft deutlich weniger Kompetenzen unterstellt werden. Es gibt somit eine tief verwurzelte Abwehrhaltung von Seiten der meist männlichen Geldgeber, eine Idee bei Frauen und Männern gleich zu bewerten. Damit sich dieses Problem bewältigen lässt, muss unserer Auffassung nach vor allem auf Seiten der Venture Capital Investoren eine Veränderung stattfinden.

So können Kapitalgeber und Investoren dem Gender Gap im Unternehmertum entgegenwirken

1. Die eigene Denkweise hinterfragen und ändern
Oftmals sind es die eigenen, vorgefassten und nicht belegten Meinungen, welche unser Handeln steuern. Diesen Meinungen können Sie nur mit harten Fakten entgegenwirken. Sich von den eigenen Vorurteilen zu lösen ist nicht einfach. Allerdings zeigen mittlerweile viele Studien, dass diversifizierte Teams leistungsstärker, belastbarer und effizienter sind, als Teams eines homogenen Geschlechts. Wenn sich Investoren dieser Tatsache bewusstwerden und den Studien und deren Ergebnisse Glauben schenken, liegen die Chancen für einen dauerhaften Gewinn bei gemischten Teams deutlich höher. Wer über den eigenen Tellerrand hinwegsieht und sich vor allem mit den nackten Fakten beschäftigt, ändert in der Regel schnell das eigene Weltbild und somit auch das eigene Verhalten.

2. Die eigene Firmenkultur verändern
Diese Massnahme ist eng mit dem ersten Punkt verknüpft. Ein Investor, welcher anerkennt, dass die Performance von gemischten Teams deutlich besser ist, sollte auch die eigene Unternehmensstruktur hinterfragen. Wenn sich VCs ehrlich dem Gender Gap entgegenstellen möchten, sollten sie auch für eine Diversität im eigenen Unternehmen sorgen. Und zwar nicht auf Basis einer vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Quote, sondern aufgrund von Leistung und Qualität. Denn Quoten sorgen in der Regel für Ungerechtigkeit und können einen offenen Austausch auf Augenhöhe unmöglich machen.

Ein Investor identifiziert sich mit Unternehmern, die einen ähnlichen Werdegang, Interessen oder Hintergrund haben. Diese Aussage bestätigt auch die Forschung zum Thema Gender Gap in Unternehmertum[8]. Es ist deshalb zu entnehmen, dass eine Geschlechterdiversifikation bei Kapitalgeber dem Gender Gap in Entrepreneurship entgegenwirkt.

3. Netzwerke schaffen, betreuen und nutzen
VCs, aber auch Unternehmen und Soziale Organisationen sollten Netzwerke aufbauen und einen Erfahrungsaustausch ermöglichen. Mit der Verbindung zu erfolgreichen Gründern und Gründerinnen, dem gemeinsamen Austausch und vor allem der kritischen Auseinandersetzung sollen weibliche Gründerinnen beim Aufbau einer Unternehmung unterstützt werden. Denn häufig ist es aktuell so, dass etablierte Netzwerke keinen oder einen erschwerten Zugang für Frauen bieten[9], wie beispielsweise bei der Zürcher Zunft, Studentenverbindungen oder auch bei der Basler Fasnacht. Netzwerke sollten sich öffnen, damit Branchen nicht geschlechtlich homogen gehalten werden und oben genannte Identifikationspunkte stattfinden können. Investoren und VCs sind also gefragter denn je, neue Strukturen aufzusetzen und neue Möglichkeiten zu schaffen.

Fazit: Investoren sollten Ideen in den Vordergrund rücken
Unser Lösungsvorschlag, um dem Gender Gap entgegenzuwirken soll nicht gesetzlich erzwungen werden, sondern durch eine allgemeine gesellschaftliche Änderung der Denkweise erfolgen. VCs sollten hinterfragen, ob wirklich faire und paritäre Bedingungen herrschen oder ob Ideen von Frauen grundsätzlich abschätziger betrachtet werden, als die Ideen von männlichen Gründern. Gleichheit und Gleichberechtigung beginnt immer im Kopf mit der eigenen Einstellung. Nur wer alle Geschlechter gleichbehandelt, kann die Idee an sich beurteilen lernen.

 

Autorin: Andrea Buhofer

 

 

Literatur

[1] https://www.ft.com/content/e5341062-4eb8-11e8-ac41-759eee1efb74

[2] https://hbr.org/2019/02/research-when-gender-diversity-makes-firms-more-productive

[3] https://www.bcg.com/en-ch/publications/2019/boost-global-economy-5-trillion-dollar-support-women-entrepreneurs.aspx

[4] http://about.crunchbase.com/wp-content/uploads/2020/03/Funding-To-Female-Founders_Report.pdf

[5] https://www.forbes.com/sites/ninaangelovska/2019/05/12/europe-we-have-a-problem-8-facts-about-female-entrepreneurs-in-the-digital-age/#78cb317c4d42

[6] https://www.bcg.com/en-ch/publications/2019/boost-global-economy-5-trillion-dollar-support-women-entrepreneurs.aspx

[7] https://www.weforum.org/agenda/2017/10/five-ways-policy-could-close-the-gender-gap-in-entrepreneurship/ und https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/84bd6dea-2351-11e8-ac73-01aa75ed71a1/language-en

[8] Greenberg and Mollick, 2017, pg. 343

[9] https://rotary.de/gesellschaft/frauen-bei-rotary-ja-aber-a-13665.html

18. Juni 2020 by kmoeller 0 Comments

Welcome ANYbotics

Wir freuen uns mit ANYbotics ein weiteres zukunftsträchtiges Startup in unserem stetig wachsenden Portfolio aufzunehmen. Das 2016 gegründete Spin-off der ETH Zürich entwickelt autonome, mobile Roboter, welche die Produktivität und Sicherheit von Industrieanlagen erhöhen. Wir sind sehr glücklich als erster VC Teil von ANYbotics zu werden und sehen grosses strategisches Wachstumspotential.

ANYbotics spezialisiert sich mit ihrem Roboter ANYmal, welcher kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert wird, auf schwer zugängliche und gefahrenträchtige Industrieanlagen, wo der Einsatz von Mitarbeiter sehr gefährlich und kostenintensiv ist. Durch das Zusammenspiel von Software und Hardware kann das ANYmal selbst in unebenem Gelände autonom operieren und durch diverse tragbare Geräte, wie z.B. einem Soundmeter, Änderungen entdecken, welche vom Menschen physisch nicht wahrnehmbar sind. Weiter werden die Daten, die der ANYmal erfasst direkt verarbeitet was in einer schnellen Reaktionsfähigkeit resultiert.

 

ANYbotics hat die weltweit erste autonome offshore Robotermission absolviert und verzeichnet neben wissenschaftlichen Institutionen grosse Industriekunden. Dabei handelt es aktuell noch um Partnerschaften und Entwicklungsprojekten mit Pilotrobotern, jedoch wird der Launch von zertifizierten und kommerziellen ANYmals kontinuierlich vorangetrieben.

Mit ihrem starken Team und dem grossen Interesse der Industriekunden und wissenschaftlichen Institutionen sind wir gespannt auf die Entwicklung von ANYbotics und freuen uns das Team auf ihrem Weg zu unterstützen.